Samstag, 21. Juni 2008

Allerleiscraps proudly presents - The collapsible swift

...oder auch Die zerlegbare Haspel. Angeregt durch Beate hatte ich mir bei IKEA einen Drehteller besorgt. Als ich allerdings meinen Küchenhocker verkehrt herum darauf stellte und einen Strang Cascade 220 darüber stülpte, lag der Strang auf dem Tisch und grinste frech - der Hocker war zu klein für die Stranglänge. Kurz darauf sah man mich mit irrem Blick und Maßband durchs Haus streifen - was könnte als improvisierte Haspel dienen? Leider gar nix. Gefunden hab ich allerdings eine Holzleiste und mehrere Holzstäbe, und eine Idee begann sich langsam im schwäbischen Tüftlerhirn zu formen. Was ich nicht wollte, war ein weiteres sperriges Gerät im mit sperrigen Geräten schon üppigst ausgestatteten Haushalt. Was ich wollte, war eine Haspel, die Stränge in allen möglichen Längen aufnimmt. Und eine, die nichts kostet. Jetzt hab ich sie. Und sie funktioniert wirklich prima. Am Ende, wenn die Stränge zu leicht werden, wandern sie zwar an den Stäben nach oben, aber auch dafür schwebt mir schon eine Lösung vor.
I´ve always been longing for a yarn swift but didn´t want to spend a fortune on it. With the helb of an IKEA turning tray, 4 dowel rods and a piece of wood I managed to build one that works really well. (And makes me feel quite proud).
Und hier sind sie schon, die Schritte zum problemlosen Knäuelwickeln. 1. Die Stäbe hab ich auf einmal gesägt. Zusammengehalten wurden sie durch zwei kräftige Gummibänder. Lässt sich so prima sägen, alles ist gleich lang, und absplittern tut auch nicht so viel.
For sawing I held the dowel rods together with two elastic ribbons. Worked really well!
2. Oben werden die Stäbe wieder durch ein kräftiges Gummiband zusammengehalten (kann man nicht sehen). Das Garn ist besagtes Cascade, inzwischen schon mitten in der Verarbeitung zum Back to school-Pullunder aus Japels Fitted Knits.
At the top the rods are held together with an elastic.
3. Meine äußerst raffinierte Konstruktion, die es mir ermöglichen wird, den Drehteller bei Besuch zweckentfremdet mit Häppchen zu beladen, ohne vorher Schrauben und ähnliche Hardware entfernen zu müssen. Mein Leistenkreuz, metallfrei durch Überplattung (diesen Begriff hab ich nachgeschlagen), hält einfach dadurch, dass man es zusammensteckt. An den vier Enden hab ich schräg Löcher eingebohrt (10 mm-Bohrer für 9 mm-Stäbe). Die Stäbe werden eingsteckt und die ganze Konstruktion erhält dadurch eine Stabilität durch eine Spannung, mit der ich nicht gerechnet hatte, die mich aber sehr beglückt. Ein Silikontopflappen unter dem Leistenkreuz verhindert ein Verrutschen desselben, und die vier Konservendosen liefern zusätzliche Stabilität.
My construction also includes a silicone pot holder to prevent the wooden cross from slipping on the revolving tray, and four cans, again with an elastic around all four of them to provide further stability. This construction is free of any metal and enables me to use my tray for its orginal purpose ;-)
4. So sieht meine Haspel zerlegt aus. Ich finde sie ja ziemlich genial, auch wenn Eigenlob stinkt.
Here you can see my collapsed swift, ready for storage.
Nachtrag: Die einzigen Kosten waren die für einen neuen Bohrfutterschlüssel, € 2,90, aber streng genommen zählen die ja nicht wirklich.

Kommentare:

Bea hat gesagt…

boah!!!!!!!!!!!
Genial!
Erst gestern haben wir uns beim Stricktreff drüber unterhalten, wie man denn selbst eine Haspel bauen könnte und schon steht hier ne Anleitung. Kannst Du Gedanken lesen?

Also, ein Drehteller aus Plastik müsste noch irgendwo im Keller verstaut sein. Etwas mit Tonresten verschmiert, weil ich den zum Modellieren gekauft habe, aber das lässt sich ja abwaschen, nicht wahr? Deine Mittelstreben habe ich fix und fertig im Haus. Die Zwischenleisten zum Keilrahmen zusammensetzen haben genau so eine gefräste Verbindung.
Fehlen nur noch Rundstäbe.
Nur noch eine Frage: Wie halten die Rundstäbe auf den gekreuzten Leisten? Alles andere ist mir klar.

Grüßle, die Bea

Sabine hat gesagt…

Huhu, Bea,

danke für das Lob. An den Enden sind die Leisten gebohrt - schräg nach außen und unten (Augenmaß). Die Stäbe werden reingesteckt, sind ja oben mit einem Gummiband miteinander verbunden, und aus irgendeinem physikalisch-technischen Grund, den ich ehrlich gesagt nicht verstehe und mit dem ich auch nicht gerechnet habe, verspannt sich dadurch die ganze Konstruktion so, dass alles stabil ist. Habe ich mich einigermaßen verständlich ausgedrückt?
Grüßle, Sabine

Jana hat gesagt…

Liebe Sabine,
das ist ja eine wirklich tolle Konstruktion! Frei nach dem Motto: Man muss sich nur zu helfen wissen :) Das ist für mich wahre Kreativität.
Herzliche Grüße
Jana

Moni hat gesagt…

Das ist obergenial! Wie Bea schon gesagt hat - da muss was zu dir rübergeschwappt sein :-)

Ich muss doch mal schnellstens zu Ikea.....

Grüßle! Nika - Moni

Beate hat gesagt…

SUPI, echt tolle Weiterführung meines Planes und Kompliment die Haspel wird nachgebaut und zwar von mir.
Grüßle Beate und der Ikea-Teller.