Donnerstag, 24. April 2008

Chi-Verbesserung

Was macht frau, wenn sie sich endlich eingestehen muss, dass die Berge von Stoff in ihrem Nähzimmer nichts mehr mit Stash zu tun haben, weil sie auch in zwei Lebenszeiten nicht vernäht werden können und ganz einfach schlechtes Feng Shui darstellen? Ganz einfach, Ragballs! Und was, bitte, macht man mit Ragballs? Nun, man könnte sich natürlich von Mason-Dixon-Knitting inspirieren lassen. Aber so arg viel verbraucht man ja nicht für den Tailgate Rug. Auch ist der Gedanke, mit so dicken Stricknadeln hantieren zu müssen, kein angenehmer. In unserer Stadtbücherei bin ich auf ein Buch über Häkelteppiche gestoßen, das ich bisher völlig ignoriert hatte. Häkelteppiche! Ich! Da bin ich doch viel zu cool für!!! Darin gefunden - eine geniale Methode, mit der man nicht nur Stoffberge schnell reduzieren, sondern auch noch ganz unauffällig diese Garne, die man irgendwann aus einem unerfindlichen Grund gekauft hat, endlich so verwerten kann, dass man sie nicht sieht. Diese Teppiche werden von der Rückseite gehäkelt, wobei die Stoffstreifen in Schlingen gelegt und mit festen Maschen aus Garn fixiert werden. Man arbeitet also nicht mit diesen dicken Nadeln. Einziger Nachteil - das Werkstück wird ziemlich schnell so schwer, dass man es auf dem Schoß liegen haben muss, um daran zu häkeln. Mein Häkelteppich soll übrigens ein ovaler Bettvorleger werden. Das nächste Mal würde ich mich wahrscheinlich für ein Rechteck entscheiden, das aus verschiedenen Stücken zusammengesetzt wird, einfach, um dieses Gewicht zu reduzieren. Die Schlingen sind übrigens ganz dicht und das Darauftreten sehr angenehm.

Kommentare:

Krawuggl hat gesagt…

Da hast du mich jetzt aber neugierig gemacht - von der Rückseite häkeln? Ich hab mir dein Bild jetzt so lange angeschaut, aber es sieht für mich leider immr noch ziemlich kompliziert aus. Dabei suche ich schon seit einiger Zeit einen neuen Teppich für die Küche, und ich hab beim Ausmisten auch so manchen Stoff entdeckt, bei dem ich mich frage warum um Himmels Willen ich den bloß gekauft habe. Deine Idee mit dem Stoffteppich ist superschön! Kannst du das Buch empfehlen, lohnt es sich, das zu kaufen, oder gibt´s noch woanders die Anleitung? Brauch bitte deinen Rat, denn ich bin total begeistert.
Und ja, die Pfingstrosen streicheln macht so viel Freude, vor allem als ich vor kurzem zum ersten Mal gemerkt habe, wie fest und glatt die Schößlinge sind. War ein sehr sinnliches Erlebnis.
Ich wünsch dir einen schönen Abend und schick dir liebe Grüße, Suzi

Sabine hat gesagt…

Huhu, Suzi,

danke für das Lob. Habe gerade nochmal das Buch angeguckt - die Modelle mögen nicht jedermanns Geschmack sein, aber vom Hintergrund her (Materialverbrauch, mögliche Materialien - die Frau verhäkelt sogar alte T-Shirts, Pullis und Jeans, Pflege, Färben etc) ist es die Investition auf jeden Fall wert. Gibt es gebraucht auch schon ab 99 ct (hier gucken: http://de.bookbutler.com/do/bookCompare?searchFor=3804305490&amountIn=eur&shipTo=de&searchIn=de&zip=
Die Technik selbst ist denkbar einfach. Wenn du schon mal Schlingen gehäkelt hast, denkst du dir den Stoffstreifen einfach als Schlingenmaterial, stichst unter dem Streifen in die Maschenglieder der vorherigen Runde, legst den Streifen zur gewünschten Schlingengröße und fixierst ihn dann mit einer festen Masche. In jeder zweiten Reihe wird ohne Stoff gearbeitet. Auch hier benutzt man feste Maschen, sticht aber anstatt in die Glieder der Vorreihe bzw. Runde un die Masche der Vorreihe. Dadurch wird das Maschenwerk noch dichter, die Schlingen noch besser fixiert.
Viel Erfolg und nur Mut (im Notfall einfach nachfragen) - diese Technik ist ein absoluter Stashbuster - habe schon meterweise Stoff und knäuelweise Garn verbraucht und bin noch meilenweit entfernt von meiner anvisierten Größe.
Grüßle,
Sabine (die heute schon auf den Knien vor ihren Akeleien lag und darüber nachsinnierte, ob sie wohl morgen die ersten Blüten zeigen, oder übermorgen, oder doch erst im Mai...)